Konzert Stiller Has, Neues Album und neue Formation

Di, 14. Mär. 2017

Die Band Stiller Has startet mit neuen Klängen ins Jahr 2017. Am Donnerstag findet die Plattentaufe im Bierhübeli statt.

TEXT MARKUS EHINGER FOTOS MICHAEL SCHÄR

Sein Hans im Glück hat Depressionen, Bambi fährt auf Sadomaso ab, und selbst der Teufel muss zur Therapie. Natürlich macht ihn Tischleindeckdich krank, und das Schlaraffenland gibt es nur mit Magenband, aber an «Märli» will Endo Anaconda trotzdem glauben. Und nebenbei unsere kleine Welt sezieren, auf der Suche nach dem letzten Paradies, «wo's nid so yklemmt isch wie hie», heisst es im Promotext zur neuen Platte von Stiller Has mit dem klingenden Namen «Endosaurusrex». Und weiter: Bittersüss sind die Mundartverse, in denen Endo Anaconda der Gesellschaft ganz in der Tradition der Brüder Grimm seinen Zerrspiegel vorhält. Kürzlich war Endo Anaconda bei Radio-Bern1-Moderator Mike Baader zu Gast, wir präsentieren hier einen Auszug aus dem munteren Interview:

«Endosaurusrex» tönt fossil. Sind Sie jetzt alt?
Endo Anaconda: Manchmal hat man wirklich das Gefühl, man sei der letzte Mensch auf der Welt. Man kann heute einen Tag verbringen, ohne jemals mit einem Menschen ein Gespräch zu führen. Im Coop scannt man seine Einkäufe selber, beim Spazieren haben alle Stöpsel in den Ohren. Manchmal fühlt man sich fossil. Inspieriert worden bin ich für «Endosaurusrex» durch einen Bericht über Lonesome George, eine Riesenschildkröte – die letzte ihrer Art auf den Galápagos. Manchmal frage ich mich, was der letzte Dinosaurier nach dem Meteoriteneinschlag, der zum Massenaussterben geführt hat, in seinem kleinen Dinosaurierhirn gedacht hat.

Was hat er gedacht? Wahrscheinlich nicht sehr viel. Er war wohl verwundert. Ich denke, dass auch die Menschheit an ihrem eigenen Aussterben arbeitet.

Kommen wir zur Musik. Sie haben das neue Album mit einer neuen Band, unter anderem mit Roman Wyss und Mario Batkovic, aufgenommen. Wie tönt das für Sie? Es tönt für mich super! Bis jetzt habe ich nur gute Reaktionen gehört. Textlich wie auch musikalisch ist die neue «Scherbe» sehr vielschichtig. Damit möchte ich nicht sagen, dass das bisherige Schaffen schlecht war. Wir haben immerhin 20000 Alben verkauft.

Warum trennten Sie sich von der alten Formation?

Das war ein Entscheid von allen vier Beteiligten. Wir inspierierten uns gegenseitig nicht mehr.

Wie funktioniert es, wenn man die ganze Band auswechselt?

Nun, ich bin eher ein Geschichtensänger und kein Musiker. Deshalb brauche ich Musiker, die mir helfen, meine Geschichten zu transportieren.

Welche Songs finden sich auf dem neuen Album?

Ganz unterschiedliche. Die Texte sind komplexer geworden. Die Grundlage bildeten von mir geschriebene hochdeutsche Gedichte. Aber ich merkte, dass es schwierig ist, diese zu singen. Ich habe die Texte geschrieben und sie «geraspelt». Aber es gefällt mir, dass es gut tönt.

 

Kategorie: 

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage soll automatisierten Spam verhindern und überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind.

Veranstaltungen

Stellen

Immobilien

Weitere Angebote

Trending

1

KUNO LAUENER

Bereits am 14. Februar hievten wir ZüriWest-Sänger Kuno Lauener als Kopf der Woche auf die Frontseite des Bernerbär. Damals wurde bekannt, dass Züri West ein neues Album herausgeben werden. Jetzt ist es so weit: Am Freitag erscheint das Album mit dem Namen «Love». ...