Daniel Schafer Museumsnacht mit der Eisenbahn

Di, 14. Mär. 2017

In seinem Keller hat sich EWB-CEO Daniel Schafer eine riesige Modelleisenbahnanlage gebaut. Teile einer speziell erstellten Anlage wird er am Freitag erstmals an der Museumsnacht der Öffentlichkeit präsentieren.

TEXT MARKUS EHINGER FOTOS ANDREAS VON GUNTEN

«Sperrgebiet Daniel – Betreten auf eigene Gefahr» steht auf einem nicht ganz ernst gemeinten Warnschild bei der Türe zu Daniel Schafers Reich. Daniel Schafer, CEO von Energie Wasser Bern (EWB), hat sich hier über viele Jahre hinweg eine grosse Modelleisenbahnanlage gebaut. Auf mehreren Etagen bewegen sich gleichzeitig Personenzüge und unzählige Güterzüge im Kreis. Sie durchfahren den massstabgetreuen Nachbau des Bahnhofs Ostermundigen (hier heisst die Ortschaft nach Schafers Vornamen «Dänwil»), überqueren eine grosse Brücke oder stehen auf einem der unzähligen Abstellgleise. «Wie viel Zeit ich in den Bau der Anlage investiert habe, kann ich nicht beziffern», sagt Daniel Schafer.

400 Loks im Keller
1974, als 7-jähriger Knirps, bekam Schafer seine erste Märklin-H0-Lok. Seine erste Anlage baute er hinter der Küche im Elternhaus. Später zügelte er in den Keller. Heute, im eigenen Haus in Niederönz, befindet sich sein Reich in einem rund 20 Quadratmeter grossen Raum im Keller. «Die Anlage hat sich mit mir zusammen laufend weiterentwickelt», sagt Schafer. Während die Weichen und Lokomotiven früher analog gebaut waren, hat er sich vor 16 Jahren entschieden, die Anlage vollständig zu digitalisieren. «Ich baue jede analoge Lok selber um. Für eine Lok brauche ich zwischen 30 und 45 Minuten. Für mich ist das eine abendliche Entspannungsübung», sagt Schafer. Dass es ihm dabei nicht langweilig wird, zeigt ein Blick in den Keller, wo die Loks nicht nur auf den Gleisen stehen und fahren, sondern auch in zahlreichen Regalen in Schachteln auf den Umbau warten. «Ich besitze rund 400 Loks», erklärt der 50-jährige EWB-CEO. Sein Hobby bezeichnet er selber als Rückzugshobby. «Hier kann ich für mich alleine sein, ich würde zum Beispiel nie in einem Club ‹eisenbähnlen›. Aber es ist ja auch nicht so, dass ich dauernd im Keller sitze.» Wenn es das Wetter erlaube, sei er auch sehr gerne draussen unterwegs. Und jetzt «wagt» er sich mit seiner Eisenbahnanlage erstmals in die Öffentlichkeit: Einen Teil der Sammlung wird Daniel Schafer nämlich am Freitag zum ersten Mal an der 15. Museumsnacht im EWB-Besucherzentrum in der Energiezentrale Forsthaus (siehe Kasten unten rechts) präsentieren. Mit eigener Energie können die Besucher einen Zug der Märklin-H0-Spielzeugeisenbahn auf einer Blechgleis-Anlage zum Laufen bringen.

«Big Boy» ist eines der Highlights
Dem Bernerbär gewährte Daniel Schafer letzten Freitagabend einen exklusiven Einblick in sein «Heiligtum». Voller Stolz präsentiert er den Klassiker, das «Krokodil», eine Lok, «die zu jeder guten Sammlung gehört». Er ist heute im Besitz von mehreren «Krokodilen». Weitere Schmuckstücke sind etwa die BLS-Lok Ae8/8, die Ae6/6 aus dem Jahr 1980, die an der Museumsnacht zu sehen sein wird, oder die «Big Boy», die grösste auf dem Markt erhältliche Märklin-Dampflok, aus deren Kamin es tatsächlich raucht.

Technik steht im Vordergrund
Zwar sind bei Daniel Schafers Eisenbahnanlage auch einzelne Modellhäuschen, Autos oder Figürchen zu sehen. Im Vordergrund steht für ihn aber die Technik. Die Lichtsignalanlagen funktionieren wie in echt, die Züge fahren in unterschiedliche Richtungen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. «Das ist eine reine Tischanlage ohne Landschaft, bei der es um die Technik der Modelleisenbahn geht», sagt er. Voller Konzentration sitzt Schafer an der Digitalzentrale und lässt die Züge fahren. «Da braucht es Konzentration. Es ist gut, wenn man den Kopf bei der Sache haben muss.»
Hunderte Loks und Hunderte Wagen schlummern in Schafers Keller. Diese Modelle haben bestimmt einen grossen Wert. Falsch. «Es gab eine Zeit, als die Wertsteigerung sehr gut war. Heute ist es aber so, dass es zu viel Material gibt», sagt Daniel Schafer. Es gebe zwar einen Markt, aber kaum mehr Leute, welche sammeln oder kaufen. Und wie verhält es sich mit dem Strombedarf für die Anlage? «Der Strombedarf ist grösser, als ich gedacht habe. Wenn ich aber während des Tages fahre, kann ich Solarstrom vom Dach verwenden», sagt Schafer und lacht.

Programm…

DIE 15.MUSEUMSNACHT BERN findet am Freitag, 17.März, von 18 bis Samstagfrüh um 2 Uhr statt. Klapprige Knochen oder heisse Ohren? Reiner Wodka vor der Staumauer oder Shanghai Streetfood? Amazonas oder vis-à-vis in Langenthal? Bilder im Kopf oder Kopfhörerparty? Seidenraupe oder (Gold-) Esel? Das alles und 200 weitere spannende Programmpunkte in 36 teilnehmenden Institutionen gibt es an der Museumsnacht. Das Ticket für die Museumsnacht kostet 25 Franken (im Preis inbegriffen sind alle Eintritte, Shuttles, Oldtimerfahrten und Fahrten mit dem ÖV in den Zonen 100/101, ab 17 bis Betriebsschluss). Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist das MINI-Ticket kostenlos. Weitere Infos gibt es unter www.museumsnacht-bern.ch
Bild unten: Die «Big Boy»-Dampflok, eines der Highlights in Daniel Schafers Eisenbahnsammlung

Persönlich …

DANIEL SCHAFER ist 50 Jahre alt. Aufgewachsen ist er in Bern, heute lebt er in Niederönz. An der ETH Lausanne hat Schafer Elektrotechnik studiert, danach war er lange Zeit bei der ABB und Alstom im Wasserkraftwerkbau tätig, unter anderem war er beim Dreischluchtenprojekt in China beschäftigt. 2008 wechselte Daniel Schafer zu Energie Wasser Bern (EWB), wo er mit den übrigen Mitgliedern der Geschäftsleitung die Geschicke des Unternehmens als CEO lenkt. Daniel Schafer ist verheiratet und Vater einer 16-jährigen Tochter und eines 14-jährigen Sohns. Neben der Modelleisenbahnpassion kocht und wandert Schafer sehr gerne, ausserdem ist er gerne mit dem Velo unterwegs.

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